Warum Sportplätze auch in Trockenzeiten bewässert werden müssen
- 4. August 2026
- Autor: Elisa Goetz
- Kategorie: Allgemein
Klimawandel stellt auch die Sportplatzpflege vor neue Herausforderungen
Anhaltende Trockenperioden, hohe Temperaturen und ausbleibende Niederschläge prägen zunehmend die Sommermonate. Die Folgen sind auch in Thüringen spürbar. In mehreren Landkreisen und kreisfreien Städten gelten bereits Einschränkungen bei der Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern. Vor diesem Hintergrund erreichen den Erfurter Sportbetrieb derzeit vermehrt Nachfragen von Bürgerinnen und Bürgern, weshalb kommunale Sportplätze weiterhin beregnet werden.
Die Bewässerung erfolgt jedoch nicht aus optischen Gründen. Ein Naturrasen auf einem Sportplatz ist eine hoch beanspruchte Sportfläche, die regelmäßig von Schulen, Vereinen und Freizeitsportlern genutzt wird. Damit die Plätze dauerhaft sicher und bespielbar bleiben, muss die Grasnarbe gesund und belastbar erhalten werden. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beschreibt den Naturrasen als ökologisch vorteilhaften und zugleich pflegeintensiven Spielbelag, dessen Qualität maßgeblich von einer fachgerechten Pflege abhängt.
Trocknet ein Sportrasen über einen längeren Zeitraum aus, verliert er seine Stabilität. Es entstehen kahle Stellen, der Boden verhärtet und die Verletzungsgefahr steigt deutlich. Gleichzeitig können Staubentwicklung und starke Bodenverdichtung auftreten. Die anschließende Sanierung eines geschädigten Rasens ist häufig deutlich aufwendiger und ressourcenintensiver als eine bedarfsgerechte Erhaltungsbewässerung. Oft werden hierfür größere Wassermengen sowie zusätzliche Pflegemaßnahmen und Nachsaaten erforderlich. Auch der DFB weist darauf hin, dass der Erhalt funktionsfähiger Sportrasen eine wesentliche Voraussetzung für einen sicheren Trainings- und Spielbetrieb ist.
Ein intakter Naturrasen übernimmt darüber hinaus wichtige ökologische Funktionen. Durch die natürliche Verdunstung trägt er zur Kühlung seiner Umgebung bei, bindet Staub und verbessert das Mikroklima auf der Sportanlage. Diese positiven Eigenschaften gehen bei einem dauerhaft ausgetrockneten Rasen weitgehend verloren. Gleichzeitig wirken sich die zunehmenden Trockenperioden infolge des Klimawandels immer stärker auf die Unterhaltung kommunaler Sportanlagen aus.
Der Erfurter Sportbetrieb verfolgt deshalb das Ziel, Wasser möglichst sparsam und gleichzeitig fachgerecht einzusetzen. Bewässert wird ausschließlich nach Bedarf. Grundlage hierfür sind die aktuellen Witterungsbedingungen, die Bodenfeuchtigkeit sowie der Zustand der Rasenflächen – nicht ein starrer Bewässerungsplan.
Moderne Beregnungsanlagen ermöglichen eine gezielte und gleichmäßige Wasserverteilung. Soweit möglich, erfolgt die Bewässerung in den frühen Morgen- oder Abendstunden, um Verdunstungsverluste zu minimieren und die Wasseraufnahme der Pflanzen zu verbessern. Dieses Vorgehen entspricht den Empfehlungen der Fachverbände für die Pflege von Rasensportanlagen.
Der Klimawandel macht deutlich, dass sich auch das kommunale Sportstättenmanagement kontinuierlich weiterentwickeln muss. Neben einer optimierten Beregnungssteuerung gehören hierzu angepasste Pflegemaßnahmen, eine effiziente Bewässerungstechnik sowie der verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Wasser. Ziel ist es, die vorhandenen Sportanlagen langfristig zu erhalten und gleichzeitig den Wasserverbrauch auf das notwendige Maß zu beschränken.
Selbstverständlich werden alle geltenden wasserrechtlichen Vorgaben beachtet. Einschränkungen der Wasserentnahme oder behördliche Anordnungen werden bei der Bewirtschaftung der Sportanlagen berücksichtigt.
Fachliche Grundlagen: Deutscher Fußball-Bund (DFB): Fußballinfrastruktur und DFB-Faktencheck Spielflächen; DIN 18035-4 Sportplätze – Rasenflächen; Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL): Regelwerke für den Bau und die Pflege von Sportrasenflächen; Sportplatzwelt: Spielfeldbewässerung – Vorgaben und Empfehlungen.
Weiterführende Informationen
- DFB – Fußballinfrastruktur und Sportrasen: Deutscher Fußball-Bund – Fußballinfrastruktur
- Fachbeitrag zur Spielfeldbewässerung: Sportplatzwelt – Spielfeldbewässerung: Vorgaben und Empfehlungen
| Wussten Sie schon?
· Ein gesunder Sportrasen besteht zu etwa 80-90 % aus Wasser. · Bereits wenige Tage anhaltender Trockenstress können die Belastbarkeit der Grasnarbe deutlich reduzieren. · Ein geschädigter Sportrasen muss häufig nachgesät oder teilweise erneuert werden – dies verursacht zusätzliche Kosten und benötigt oftmals mehr Wasser als eine gezielte Erhaltungsbewässerung. |
| So spart der Erfurter Sportbetrieb Wasser
· bedarfsgerechte statt pauschaler Bewässerung · Beregnung bevorzugt in den frühen Morgen- oder Abendstunden · regelmäßige Kontrolle der Beregnungsanlagen · kontinuierliche Optimierung der Pflege entsprechend den klimatischen Bedingungen |
